Spielend Fußballspielen lernen und weitere Vorteile

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Die ersten Spiele sind bereits direkt nach den Sommerferien ausgetragen worden. Alle Mannschaften fangen wieder bei Null an.

Aus Sicht der Kinder heißt dies: Ein neuer Trainer, neue Mitspieler, eine andere Altersklasse, andere Anforderungen an das Spielverständnis.

Aus Trainer Sicht heißt dies: Kinder müssen sich erst wieder an (Spiel-)Regeln gewöhnen, Spielweise muss verfeinert werden, Schritt für Schritt wird das Fußball spielen geübt.

Doch wie sieht dieses in den einzelnen Jahrgängen aus. Hierzu erst einmal ein kurzer Blick in die Vergangenheit.

Den viel zitierten Begriff des Straßenfußballers gibt es heute nicht mehr – aber wieso ist dies so?

Kinder in den 50er Jahren hielten sich möglichst jeden Tag im Freien auf. Unter Anführerschaft Älterer bildeten sich Gruppen unterschiedlichen Alters, die sich aus Kindern der Nachbarschaft, der ganzen Straße oder des Dorfes zusammensetzten. Die Kinder entschieden selbstständig über ihr Tun und ihre Spiele. Fang- und Versteckspiele, Hüpfspiele, Hindernisse überwinden, selbstgeordnete Fuß- und Handballspiele, Ballspiele gegen die Häuserwand. Zusätzlich wurden die Schulwege zu Fuß zurückgelegt und dabei Umwege in Kauf genommen.

Aus heutiger Sicht alles Spiele, die die koordinativen und konditionellen Fähigkeiten fördern. Taktische Verhaltensweisen wurden spielerisch erlernt und gleichzeitig die Regeln von den Älteren übernommen und jederzeit überprüft und verfeinert.

Konsequenzen aus verändertem Spielverhalten

Und heute: Die Anzahl der freien Plätze ist durch das steigende Verkehrsaufkommen (über 500% Zunahme) reduziert. Die Straßen bestehen auf beiden Seiten aus Autoparkplätzen.

Dagegen hat die Attraktivität der Innenräume zugenommen: Vielfältige Spielzeuge, Computer, Fernseher, CD- und DVD-Sammlungen versüßen den Kinderalltag.

Nicht zuletzt sind die Ansprüche an die Kinder gestiegen; Schulabschlüsse wurden enorm aufgewertet. Die Kinder verbringen viel mehr Zeit in der Schule. Und auch danach gibt es noch Musikunterricht, Hausaufgaben und für die nächste Mathearbeit muss auch noch geübt werden. Eltern schauen intensiver auf schulische Leistungen. Bildung als Notwendigkeit, um übermorgen einen tollen Job zu haben.

Aber: Der Spieldrang der Kinder ist früher wie heute ungebrochen hoch. Doch ein Rückgang der koordinativen Fähigkeiten wird vor allem in den Grundschulen festgestellt. Geringere konditionelle Voraussetzungen sind eine weitere logische Konsequenz. Mangelnde Regelkenntnisse und geringere soziale Erfahrungen in großen Gruppen ergänzen dies.

Ca. 50-60% der Schulkinder haben Haltungsschäden, 30-35% Übergewicht, 20-30% Herz-Kreislaufschwächen, 30-40% Probleme mit der allgemeinen Bewegungskoordination.

Was sollten Kinder im Verein lernen?

Angepasst an dieses Verhalten der Kinder bestimmen Spiele das Training der jungen Fußballer. In den einzelnen Jahrgängen wird daher auf dem vorher erlernten aufgebaut. Anfangen sollte nie zu spät sein – jeder wird da abgeholt, wo er gerade steht. Es zählt aber auch der Satz -Je früher, desto besser.

Angelehnt an das Nachwuchstraining im Deutschen Fußball Bund gliedert sich das Training bei SV FriWie:

Minis/G-Junioren (3/4-6 Jahre)

  • Vielseitige und sportartübergreifende Bewegung schulen
  • Freude am freien Spielen kennen lernen
  • Erlebnis steht vor Ergebnis (Dies sollten auch die Eltern verinnerlichen)
  • Laufen, Springen, Hüpfen
  • Werfen, Fangen, Klettern, Balancieren
  • Ball prellen und führen (Hand/Fuß)

F- und E-Junioren (7-10 Jahre)

  • Koordinative Fähigkeiten entwickeln
  • Technische Grundlagen in Grobform entwickeln
  • Kombination von laufen, springen, hüpfen, werfen und fangen
  • Spaß und Freude am Fußballspielen erleben
  • Kleine bewegungsintensive Spiele mit einfachen Reaktionsanforderungen
  • Freies Fußballspielen
  • Gewandtheits- und Hindernisläufe

D-Junioren (11-12 Jahre)

  • Technisch-Taktische Elemente (individuell und in der Gruppe) erlernen
  • Fußballspielen verbessern
  • Bestes Alter für Verbesserung der motorischen Fähigkeiten
  • Antizipation von Eigen- und Fremdbewegungen verbessern
  • Zeitdruck kommt hinzu
  • Kleine Spiele und komplexe Übungen

Der Ball ist immer dabei

In allen Altersstufen ist immer der Ball dabei, stures Geradeaus Laufen gibt es nicht. Von Anfang an wird im Training die Beidfüßigkeit geschult. Kontinuierliches und regelmäßiges Training erhöht den Lernerfolg.

Momentan sind die Mannschaften von der G-Jugend über F- und E-Jugend bis zur D-Jugend besetzt. Neue Mädchen und Jungen, die Lust zum Fußball haben oder einfach nur mal testen wollen, sind jederzeit herzlich willkommen.

P.S. Dieser Artikel ist auch im Ortsgespräch für Wietersheim und Frille in der Oktoberausgabe 2011 erschienen.

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